Natur

Teufelsmauer

Geologische Besonderheiten


Raue Felsformationen, gewaltige Blocksteinhalden und das blockreiche Flussbett zeugen von den gewaltigen Kräften, die bei der Entstehung des Schwarzwassertals wirkten. Tief schnitt sich die Schwarze Pockau in den anstehenden Gneis ein.


Schroffe Felswände sind im unteren Schwarzwassertal häufig zu findenEr bildet hier die vorherrschende Gesteinsart und ist durch Druck und Temperatur aus dem magmatischen Gestein Granit hervorgegangen. Der Bereich des Naturschutzgebietes liegt über Gesteinen des Rotgneisköpers von Reizenhain. Die Gneise variieren je nach Mengenverhältnis der vorhandenen Mineralien (z. B. Feldspat, Quarz, Muskowit, Biotit, Turmalin) und können grob- oder feinkörnig ausgebildet sein.

Böden


Den Grundgesteinen lagern quartäre Hangschuttdecken auf, die in Felsbereichen in Blockhalden übergehen. Bodenbildungen werden vom Skelettanteil dieser Hangschuttdecken bestimmt. Im oberen Bereich des Naturschutzgebietes an den weniger steilen Hängen dominieren skelettreiche podsolige Braunerden. In Felsengebieten treten auf sehr flachgründigen Substraten Syroseme und Ranker auf. Die Talsohle bilden Gleye.


Der Katzenstein (706m)


Der Aussichtspunkt erhebt sich fast 90 Meter über das Schwarzwassertal und bietet einen wunderschönen Ausblick in das Tal der Schwarzen Pockau mit der Felsformation Ringmauer.


Der Katzenstein verdankt seinen Namen einem Felsvorsprung, der einem Katzenkopf ähnelte. Aus Sicherheitsgründen wurde dieser abgetragen. Geblieben ist der Name und ein Aussichtspunkt, der zum Verweilen einlädt.  Sie erreichen den Katzenstein aus dem Schwarzwassertal über den Königsteig oder entlang am Technikdenkmal „Grüner Graben“.

 


 Tierwelt im Schwarzwassertal


Die Vielfalt an Biotopen im Schwarzwassertal liefert den Lebensraum für zahlreiche Tiere. Ein eindrucksvoller Vertreter der artenreichen Fauna im Schwarzwassertal ist der Uhu, der hier als temporärer Brutvogel zu finden ist.


Der Uhu ist ein eindrucksvoller Vogel, der im Schwarzwassertal im Erzgebirge anzutreffen ist. Foto: Kay MeisterMit einer Größe von 60 bis 70 cm und einer Flügelspannweite von 150 bis 180 cm ist der Uhu die größte Eulenart der Erde. Uhus benötigen zur Jagd und zum Brüten reich gegliederte Landschaften mit offenen, bewaldeten und felsigen Flächen, die auch im Winter genug Nahrung bieten.



Weitere Vogelarten


Neben dem Bunt- und Schwarzspecht nistet der Grauspecht im Baumhöhlen. Er bevorzugt die Mischwälder im unteren Bereich des Schwarzwassertales. Die Schwarze Pockau mit ihren Steinen im Fluß bietet Lebensraum für die Gebirgsstelze und die Wasseramsel. Die kleinste Eule Mitteleuropas, der Sperlingskautz, ist ein typischer Bewohner des Erzgebirges und ist auch im Schwarzwasertal zu finden.


Durch die Mitte des 20. Jhd. begonnenen Erdarbeiten, Sprengungen und Steinschüttungen im oberen Schwarzwassertalbereich bildeten sich sekundäre, durch den Menschen entstandene Kleinlebensräume. Dazu gehören die verheideteten Halbtrockenrasen, Steinschotterböschungen, offene Felsbildungen, verlandende Kleingewässer und ein Stollen mit zwei Mundlöchern. Hier hat sich der Bergwald-Mohrenfalter angesiedelt. Von Mai bis Juli kann man die Steinfliege auf den Blättern der Ufervegetation beobachten. Alte Stollen dienen der Zweifarbfledermaus als Winterquartier.

Vielfältige Pflanzenwelt


Das Naturschutzgebiet Schwarzwassertal bietet eine vielfältige Pflanzenwelt - im Süden mit einem reich strukturierten Offenland, bis ins zerklüftete, enge Tal mit reichhaltiger Ufervegetation.

Unteres Schwarzwassertal


Wo das Tal immer enger wird und der Fichtenwald bis an die schmale Talsohle heranrückt, ist das Schwarzwassertal gekennzeichnet durch offene Felsformationen wie Nonnenfelsen, Katzenstein und Teufelsmauer sowie durch natürliche, durch Verwitterung entstandene Blocksteinhalden. Die hier ursprüngliche Waldgesellschaft des montanen Fichten-Tannen-Buchen-Waldes ist an einigen Standorten z.B. im unteren Bereich des grünen Grabens noch in Strukturen zu erkennen. In feucht-schattigen Bereichen haben Moose, Flechten und Farne einen Lebensraum gefunden. Im Uferbereich können Sie zahlreiche Gewächse finden, die typisch für die Täler des Erzgebirges sind.

Oberes Schwarzwassertal


Die bekannte Heilpflanze Arnika wächst auf den Bergwiesen des Schwarzwassertals - Foto: Babett SchreiterIm südlichen Teil des Naturschutzgebietes, wo das Tal flacher wird und allmählich in die erzgebirgische Kammhochebene übergeht, finden wir ein reich strukturiertes Offenland. Die Wiesen der Talaue haben sich auch nach Ende ihrer Nutzung nicht wieder von selbst bewaldet. Je nach Bodentyp und hydrologischen Verhältnissen ist hier ein Mosaik aus verschiedenen Biotopen entstanden. Typisch sind Hochstaudenflure und kleine Bergwiesenbereiche, die charakteristische Pflanzengesellschaften tragen. Hier ist auch die bekannte Heilpflanze Arnika zu finden.


Flechten und Moose


Von besonderer Bedeutung im Schwarzwassertal ist die außergewöhnliche Vielfalt an Flechten und Moosen. Vor allem in den steilen Hanggebieten des Schwarzwassertals mit großen Blocksteinen haben die zum Teil hochgradig gefährdeten Moos- und Flechtenarten einen Lebensraum gefunden. Flechten sind keine eigenständigen Organismen, sondern sie stellen eine enge Lebensgemeinschaft aus Pilz und Alge dar. Durch diese symbiotische Lebensweise sind sie in der Lage, extreme Standorte wie blanke Felsen zu besiedeln. Andererseits reagieren Flechten stärker auf Umweltveränderungen als viele andere Organismen: Ihre Bauweise, das langsame Wachstum, die Ernährung aus der Luft und die Spezialisierung auf bestimmte Lebensräume machen sie äußerst störungsanfällig.


Weitere Informationen finden Sie in der Naturschutzstation Pobershau.

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